DVZ Nr. 123 vom 15. Oktober 2002
 
 
Ladungen 80 Prozent schneller vergeben

DVZ - Symposium ‚Frachtmanagement': Private Logistikplattformen und Online-buchung auf dem Vormasch


Ein Trend setzt sich durch: Immer mehr Verlader und Speditionen verabschieden sich von der manu-ellen Frachtvergabe und bauen auf elektronische Systeme. Auch auf der Verkaufsseite behauptet sich die E-Logistik. Zahlreiche Carrier und Speditionen ermöglichen ihren Kunden inzwischen die Online-Buchung von Transportkapazität. Auf dem DVZ-Symposium ‚Frachtenmanagement' stellen Praktiker und Branchenexperten Chancen und Potentiale der neuen Technik vor.

Was bringt die Frachtvergabe über elektronische Netzwerke überhaupt?

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Dr. Matthias Gierse, Thyssen-Krupp-Stahl TKS, hat dieses Potential bereits erschlossen. TKS begann bereits im Januar 2001 mit der Auktion von LKW-Komplettladungen über eine E-Logistik - Plattform und hat einschließlich September 2002 12.000 Ladungen über das Internet vergeben. Der durch-schnittliche Monatsumsatz der Plattform für 2002 liegt bei 400 000 EUR, allerdings mit starken Schwankungen. 80 Prozent der auf die Plattform gestellten Ladungen können elektronisch an die 350 zugelassenen Dienstleister vergeben werden. Durchschnittlich kommen auf eine Ladung vier Angebote; 67 Prozent der online-vergebenen Ladun-gen werden innerhalb Deutschlands transportiert. Die über die Plattform erreichten Frachtpreise liegen laut Gierse bislang meistens unter dem Niveau kontraktierter Ladungen. Es bleibe abzuwarten, ob dies auch in einem steigenden Markt Bestand hat. "Die Ergebnisse entsprechen unseren Erwartun-gen", fasst Gierse zusammen. Im Vorfeld des Starts der Plattform habe man jedoch intern und extern Überzeugungsarbeit leisten müssen. "Vor allem unser A-Spediteure waren sehr skeptisch." Nach Gierses Erfahrung macht eine E-Logistik-Plattform eine Anpassung der internen Geschäftsprozesse nötig. Langfristige Kostensenkung sei nur durch Systemintegration erreichbar.

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Auf den Preisfindungsprozess spezialisiert hat sich die Firma GloMaP. Wie Markus Giesenkirchen mitteilte, hat die Hamburger Firma mehr als private Firmenplattformen aufgebaut - unter anderem für den Otto-Versand, Beiersdorf und Phönix. Die Plattformen lassen sich sowohl für Closed Tender (Kon-traktgeschäft) als auch für Permanent Tender (Spotgeschäfte) nutzen. GloMaP.com betreut das Ver-gabeverfahren und hilft unter anderem bei der Dienstleisterauswahl, der Ladungsbeschreibung sowie der Schulung der Nutzer. Vorteile neben der Frachtkostenersparnis ist besonders die Zeitersparnis während des Tenders - die laut Giesenkirchen bei Kontrakten zwischen 2 und 18 Arbeitstagen liegen kann.

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Jobst Konarske, Director Sales und Marketing bei Danzas Euronet, Hannover, stellte eine Sell-Side-Lösung für Komplettladungen namens E-Komplett (www.e-komplett.de) vor, die Danzas vergangenes Jahr gestartet hat. Auf e-komplett haben Verlader und andere Spediteure die Möglichkeit, über das Internet Preise für Komplettladungstransporte abzufragen und gleich per Mausklick zu buchen. Dan-zas garantiert eine Ausführung innerhalb von 24 Stunden. Rund 100 Kunden nutzen das Angebot bisher, Danzas verkauft 20 Transporte täglich über das Internet.