+++ Beiersdorf setzt aufs
Portal +++
UTL: 90 Speditionen bereits an Frachten-Einkaufsportal angeschlossen
Wer als Spediteur oder Carrier mit der Beiersdorf AG ins Geschäft
kommen möchte, kommt nicht am Internet vorbei. Immer mehr Aufträge
werden über die Logistikplattform
www.beiersdorf-logistics.com vergeben, die der
Konzern in fünfjähriger Zusammenarbeit mit dem IT-Dienstleister
Glomap entwickelt hat.
"Derzeit schreiben wir unser Luftfracht-Spotgeschäft sowie einen
Seefracht-Tender mit ca. 300 TEU darüber aus", sagt Klaus-Peter
Mikulla, der bei Beiersdorf für das Frachtenportal verantwortlich
zeichnet. Wurden anfänglich nur Transporte im Bereich Kosmetik über
die Internetseite ausgeschrieben, planen nun auch die
Tochtergesellschaften Tesa und Bode "dort ihren Auftritt".
Inzwischen sind 90 Dienstleister – ausschließlich Speditionen – an
das Tool angeschlossen. "Die Arbeit mit den Carriern ist derzeit
noch eher selten", so Mikulla. Vor allem die Reedereien hegen tiefe
Skepsis gegenüber den auktionsartigen Internetauschreibungen, bei
denen sich die Dienstleister gegenseitig unterbieten. Beiersdorf
wendet dabei unterschiedliche Varianten an: Die Palette reicht von
"offenen" Auktionen, bei denen alle Preis- und Serviceangebote
übersichtlich für alle Teilnehmer dargestellt werden, bis hin zu
geschlossenen Runden, in denen weder Preise noch Positionen der
Bieter veröffentlicht werden. Die Qualität der Dienstleistung werde
ebenso berücksichtigt. So fließen z.B. auch Transitzeiten,
Abflugorte und Routings in das Auswahlverfahren ein. Teilnehmen
dürfen ohnehin nur angemeldete Dienstleister, die den
Qualitätsansanforderungen von Beiersdorf gerecht werden. "Das Tool
ersetzt das Telefonieren. Man gibt die Fracht ein, es gibt ein
Ergebnis, man analysiert und man vergibt den Transport", schildert
der Experte. Die Kommunikation werde auf das Wesentliche reduziert.
"Es gibt weniger Rückfragen auf beiden Seiten, dafür mehr Zeit für
den gezielten Einkauf und die Auswertung", ist Mikullas Erfahrung.
Den persönlichen Kontakt zwischen Kunde und Dienstleister kann das
Frachteneinkaufsportal aber nicht ersetzen. "Nach den
Tenderausschreibungen ist das gemeinsame Analysegespräch mit den
Spediteuren nicht wegzudenken."
Die Dienstleister wurden gleich bei der Entwicklung des Systems mit
einbezogen. Das Unternehmen habe mit den Spediteuren im eigenen
Hause zusammengesessen und viele Aspekte gemeinsam besprochen und
durchleuchtet. "Es wurden Kompetenzgruppen gebildet und diskutiert",
so Mikulla, der sich auch von den Carriern mehr Engagement wünscht.
Eine Teilnahme biete beträchtliche Chancen: Die Dienstleister hätten
die Möglichkeit, "an neuen Geschäften zu partizipieren und sich ein
Bild über die Warenflüsse zu verschaffen." Sein Fazit: "Es hat sich
herausgestellt, dass die Menschlichkeit darunter nicht leidet und
dass die Kontakte genutzt werden, um Konzepte zu verfeinern und eine
noch effiziente Logistik für alle Beteiligten zu erzielen."